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Das ist der Preis für die folgende Bewertung: Baule Figur Elfenbeinkuste



Beschreibung : [ African Tribal Art ] BAULE FIGUR Elfenbeinkuste Schweres Holz, prachtige nuancenreiche Patina in rotlichen Brauntonen. Oxidierter Stift aus Kupferlegierung am Hinterkopf. Frisurzopf nach Bruch mit Originalteil restauriert, Lendenschurz sowie Knochelschmuck fehlen. Hohe: 65.5cm Provenienz: Deutsche Privatsammlung Dieses grandiose Werk eines unbekannten Meisters einer Baule Werkstatt ist bestes Beispiel fur die Weltkunst afrikanischen Ursprungs. Dieses grandiose Werk eines unbekannten Meisters einer Baule-Werkstatt ist ein exzellentes Beispiel fur die Weltkunst afrikanischen Ursprungs. In der uns verfugbaren Literatur gibt es meines Wissens keine Abbildungen von Figuren desselben Meisters, aus dessen Hand lediglich eine einzige weitere Figur dieser Art bekannt ist. Diese wurde im Dezember 2003 in Paris aus einer franzosischen Privatsammlung versteigert und ist im entsprechenden Katalog abgebildet . Weil sie in den 1920er Jahren von einem franzosischen Kolonialbeamten nach Frankreich gebracht wurde, konnen wir damit auch die vorliegende Figur zeitlich einordnen. Die Gebrauchsspuren auf beiden Objekten sind gut ersichtlich, obwohl wir es hier mit hofischen, ja koniglichen Figuren zu tun haben, die sicherlich mit grosster Sorgfalt behandelt wurden. Die Alterspatina ist ein wahrer Augenschmaus und kann in dieser Art nur uber Jahrzehnte hinweg entstanden sein. Aufgrund dieser Uberlegungen und weil die Herstellung der beiden Figuren zeitlich nicht allzu weit auseinanderliegen kann, ist ein Entstehungsdatum im 19. Jahrhundert als sicher anzusehen. Der Entstehungsort unserer Figur ist kaum zu eruieren, da wie beim franzosischen Pendant jede Information uber den Kunstler fehlt. So geben nur stilistische Elemente Hinweise auf ihre Ursprungsregion, aus der ohne Zweifel noch zwei weitere Figuren stammen. Diese sind in Vogel (1997: 15) und im Katalog zur Baule- Ausstellung der Galerie Walu (2001: 16) abgebildet. Alle vier Skulpturen sind im Vergleich zu den ublichen Figuren geradezu monumental, weisen ahnliche Proportionen und die gleichen Attribute auf und sind aus verwandten Holzarten geschnitzt. Doch fuhrte dieser Ansatz bislang nicht sehr weit, da etwa auch der Herkunftsort der zwei von Vogel und Walu veroffentlichten Figuren nicht naher bestimmt ist. Eine geringe Hilfe sind zudem die wunderbaren Korpertatauierungen. Ihre klassischen Motive sind im ganzen Baule-Gebiet verbreitet. Daruber hinaus konnte die Figur eine Auftragsarbeit darstellen, die in einem entfernten Gebiet bestellt wurde, oder im Lauf der Zeit durch Migration, Vererbung, Schenkungen usw. uber weite Strecken gewandert sein. Am verlasslichsten erscheint - mit allen angebrachten Vorbehalten - die mundliche Auskunft einheimischer Informanten, denen zufolge die Figur aus der Region nordlich von Sakasso stamme. Mogliches Indiz hierfur ist das auf ihrem Rucken angeschnitzte Motiv der Schildkrote, das in diesem Gebiet tatsachlich vermehrt vorkommt. Die Ausfuhrung der Arbeit ist uberragend. Die zahlreichen minuzios ausgearbeiteten Details wie Zehen, Finger, Schulterblatter, Waden-, Brust- und Gesassmuskulatur zeugen von der tiefen Faszination des Kunstlers von der menschlichen Anatomie - die Art, wie er die Gliedmassen konjugiert (Kopf, Rumpf und Beinpartie entsprechen z.B. je einem Drittel der Gesamtgrosse) von seinem wahrlich kuhnen abstrakten Formdenken. Er muss die Figur vor dem eigentlichen Schaffensprozess geistig in einzelne Elemente zerlegt haben, um sie dann mit vranderten Proportionen wieder zu einer neuen, spannenden Einheit zusammenzufugen Dies ist umso bemerkenswerter, als afrikanische Bildhauer in der Regel keine Modelle und Skizzen fertigen, bevor sie sich ans Werk machen, und das Material keinen Verschnitzer erlaubt. Monoxyle Holzskulpturen verzeihen keine Fehler! Die Figur stellt wohl eine ranghohe Personlichkeit in meditativer Haltung dar, wobei besonders die Stellung der Arme und Hande sowie der in sich gekehrte Gesichtsausdruck eine zutiefst spirituelle Aura erzeugen. Eine leichte Drehung nach links und die asymmetrische Schulter- und Halspartie vermeiden, dass die Figur allzu starr wirkt. Besondere Sorgfalt und unubertroffenes Geschick verwendete der Schnitzer bei der Gestaltung der Frisur. Der gesamte Kopf der Figur ist in einzelnen Segmenten gestaltet, die um eine imaginare, von Ohr zu Ohr verlaufende Zentralachse facherformig angeordnet sind. Auf diese Weise wird die Wirkung der Augen, die im Zentrum dieses kunstvollen Arrangements liegen, um ein Vielfaches verstarkt. Von vorne betrachtet fuhrt die Kopfform den Blick des Betrachters unablassig von den geschlossenen Augen uber die elegant langgezogene Nase zum Mund und wieder zuruck zu den Augen. Unwillkurlich ersehnt man einen Blick oder ein Wort - ein Verlangen, das sicherlich bewusst erzielt werden sollte. Schlieálich dienten Figuren dieser Art bei den Baule nicht nur als Portrats, sondern wurden auch von Priestern beim Orakellesen oder Heilen gezielt als Hilfsmittel eingesetzt. Dabei wurde sicherlich genau diese Erwartungshaltung des Rat- oder Heilsuchenden erwunscht. Literatur: Vogel, Susan (1997). African Art, Western Eyes. New Haven Yale University Press. David, Jean (2001). Baule. Zurich, Galerie Walu. CHF E70 000-90 000.- Euro E45 250-58 170
Preis: 0.00 USD 🔓Keine Kreditkarte nötig.
Schätzung (niedrig/hoch) : 0 EUR-0 EUR 🔓Keine Kreditkarte nötig.

Über das Lot Chargen- 33
Titel : Baule Figur Elfenbeinkuste
Größe : Hohe: 65.5cm
Koller Auctions, Auktionator 🔓Keine Kreditkarte nötig.
Verkaufstitel : Tribal Art
Verkaufsdatum : 26/06/2004 🔓Keine Kreditkarte nötig.
Auktionsreferenz : Live Sale

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